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stimmen über entschämungen. körperkantate
mikael vogel | literaturtirol
„Man kann, liebes Publikum, gar nicht genung betonen, wie fundiert und gründlich recherchiert dieser Band ist – Siljarosa Schletterer hat keinen geringeren Anspruch, die Sprache und unser Denken, unsere Wahrnehmung von all dem Dunklen und Undurchdachten darin zu befreien. Der Sexismus, die Erniedrigung, die Demütigung mögen schreiend davonrennen, aber Siljarosa Schletterer ist nicht darauf aus, Gefangene zu machen! Im Gegenteil – sie befreit. Und sie heilt. Jawohl, heilsam ist dieser Gedichtband! Zu heilen vermögen aber nur diejenigen Bücher, die wirklich in den Schmerz gehen. Nicht nur in den eigenen Schmerz, sondern auch den der anderen; Siljarosa Schletterer hat für ihre Gedichte mit zahlreichen Frauen gesprochen, und so ist ihr Gedichtband über das Persönliche hinaus ein Echoraum weiblicher Erfahrungen geworden.“ Link
joachim leitner | tiroler tageszeitung
Sowohl Sprache als auch Körper sind Tatorte männlicher Macht. Schletterer seziert beides, legt Zu- und Eingeschriebenes frei – Verletztes, Vernarbtes, Verschwiegenes. Sie findet klare Worte dafür. Und wo Worte fehlen, komponiert sie neue. [… Es] ist keine Kampfschrift, sondern Grundlagenerforschung, […] klar in der Überzeugung, dass es so wie es ist, nicht weitergehen kann – und auch nicht wird. Zur Rezension
rudolf kraus | bücherschau
Siljarosa Schletterer verkörpert quasi ihre Dichtung in diesem Band in einer gewaltlosen, intensiven Weise, die einen durchdringenden szenischen Charakter besitzt. Ein außergewöhnlicher Gedichtband mit Nachhall.
Zur Rezension
romina nikolić
Es ist ein Band, der ein Wagnis ist, ein notwendiges und überfälliges, ein Band, der unsere Sprache für Körper in Frage stellt und neu denkt, ein Band, der den Finger in die Wunden legt, die unreflektierte Macht-Worte in unser Fleisch schlagen, ein Band, der auch Balsam ist mit Rhythmus und Klang und einem genauen Gespür, einem wahrlich Liebe-vollem Blick, ein Band, der hoffen lässt und zeigt: Wir können auch anders, wir haben die Worte dazu!! Mehr
michael denzer | salto
„[…] was für viele nach wie vor eine Intimzone ist, öffnet Siljarosa Schletterer nicht nur durch ein am Anfang stehendes „wir“ zu einem Diskurs, der weiter geht. Denn egal wie sehr sich Frau emanzipiert und ihre eigenen Entscheidungen über ihren Körper trifft, die Sprache, mit der sie diesen bezeichnet bleibt in der Regel eine vorwiegend männlich geprägte und es gilt, Alternativen zu finden. […] Der Band ist ein Geschenk „für alle die körper hören & den mut haben die stimme zu erheben“. Fürs erste gilt es zuzuhören und die Käfigtür des Körpers ein Stück weit zu öffnen. „my body is a cage“ zählt so nach Johann Sebastian Bach zu den ersten musikalischen Referenzen im Band. Auch so geht nicht nur in der Disco eine Entschämung über geteiltes Gefühl und geteilte (sprachliche) Musikalität. Unklar ist, ob die Autorin dabei an den originalen Song von Arcade Fire, die Version von Peter Gabriel oder eine dritte Fassung gedacht hat. Eine Annäherung an ein gemeinsames Fühlen schafft sie sowieso. “ Link
katja gasser | orf-buchtipp
„Ihr neuer Lyrikband trägt den Titel ‚entschämungen. körperkantate’ und ist im Limbus-Verlag erschienen: dass in ihrem Fall Literatur und Musik aufs engste miteinander verwoben sind, veranschaulicht dieses Buch auf intensive Weise.“ Link und Link
alexander kluy | poesiegalerie
„Die mit Anfang 30 noch immer junge Tiroler Lyrikerin Siljarosa Schletterer will aber anderes. Sie will mehr. Es ist ein Kranz von Liebes-, besser: von Körper-Gedichten, die sie unter dem Titel entschämungen als – so die mitgegebene Genre-Bezeichnung – „körperkantate“ vorlegt. Nachdem sie 2022 mit azur ton nähe. flussdiktate debütierte, geht es nun ganz konkret und blutig bei ihr um Flüsse, etwa um die Menstruation, aber auch um das blutende Herz. In zwei Sektionen plus einer Beigabe, einem online aktivierbaren Extra, erweitert sie das Sagbare um (fast) Unmögliches. Das scheint schon in der Dedikation auf, in der es um das „Hören“ des Körpers geht und ums Erheben der Stimme. […] Dies ergibt schließlich einen „atlas / an spuren“, der vieles enthält, von Sanftheit bis Gewalt, von Wut über Stigmatisierung zu starken Bildfindungen, letztlich eine Arbeit im Bergwerk gesellschaftlich normierter Sexualmoral und peinlich beschwiegender Sexualität, aufgehoben, leicht gemacht als bemerkenswerte, ja als erstaunliche Poesie […] Link
joe rabl | wochenendgespräche
„[…] Und sie ist eine grandiose Lyrikerin, nachzulesen in ihren beiden Büchern, den flussdiktaten „azur ton nähe“ und der körperkantate „entschämungen“, in welch letzterem sie eine schambefreite Sprache für den weiblichen Körper findet und gesellschaftlichen Anspruch und lyrisches Formbewusstsein zur Deckung bringt. Eine literarische Selbstermächtigung und eine wunderschöne Demonstration der Kraft der Poesie.“
stimmen über azur ton nähe – flussdiktate
joachim leitner / tiroler tageszeitung
Die Innsbrucker Lyrikerin Siljarosa Schletterer hat in „azur ton nähe“ keine Gedichte ge-, sondern „flussdiktate“ aufgeschrieben. Schon im einordnenden Untertitel zeigt sich also Verschiedenes: Hier wird keine Natur beschrieben, sondern die Gewässer – vom Arzler Bach über Inn und Donau bis zum Rhein und seinen Zuflüssen – sind am Wort, sie werden angesprochen und sprechen zurück. […] Auch die elf mit den Gedichten korrespondierenden Graphiken von Franz Wassermann reden bisweilen drein, sie erweitern den Blick oder verschieben ihn im Gespräch mit Schletterers Texten wenigstens so weit, dass man auch das Bekannte, das Bacherl, an dem man täglich vorbeieilt zum Beispiel, neu sieht.
Joachim Leitner – Tiroler Tageszeitung 31.Oktober.2022
katja gasser / ögl
[…] zu den schönsten und genauesten Bücher gehört auch „azur ton nähe – flussdiktate“ […]. Ich finde diesen Band sehr überzeugend […].
Katja Gasser in JUBILÄUM: Lese.Auslese Sommer 2022 (ab Minute 49:14)
mikael vogel
Lange hat mich kein Lyrikband so vollkommen neu beeindruckt. Mit der ersten Zeile, in der ›pielach 48°09’57.0”N 15°33’08.0”O‹ verortet, entsteigt eine große Dichterin mit ihrem poetischen Wasseraktivismus den ›bächinnen‹ und deren Verwandten: ›jeder fluss hat eine seele‹. Ein Buch, das in seinm Fließen weiß, wie marginal Festland auf unserem Planeten ist. Wasserleichte Lieblingszeilen wellen einander nach: ›bäche sprechen ihre eigenen sprachen‹. ›auch ströme streiten sich dann / wer welchen / namen trägt‹. ›in deiner brust / sitzt ein verwundetes / fischkind‹. Siljarosa Schletterer, ›azur töne nähe‹, soeben bei Limbus erschienen – Empfehlung!
Mikael VogelLink
monika vasik / poesiegalerie
[…] Und nun legt die Dichterin und Kulturvermittlerin Siljarosa Schletterer ihr beeindruckendes Lyrikdebüt azur ton nähe vor, das durch elf vielschichtige Grafiken des Künstlers Franz Wassermann bereichert wird.[…] Nicht mehr der Homo sapiens steht als dominante Art über allen anderen, sondern er wird ein Gleicher innerhalb der Schöpfung, was ihn zu mehr Achtsamkeit verpflichtet – ein drängender zeitgenössischer Ansatz, denkt man an Artensterben und drohende Klimakatastrophen, hier akzentuiert mit Kritik an der Sprache der Macht und an Wirtschaftsformen. Als Antwort auf das Konzept Herrschaft und als Gegenentwurf zum göttlichen Auftrag der Genesis, dass der Mensch sich die Erde unterwerfen solle, mahnt Schletterer Verantwortung ein und regt die Utopie einer „liebesartenvielfalt“ an. […]
Monika Vasik – poesiegalerie
peter marius huemer / helden der freizeit
Siljarosa Schletterer dichtet die Flüsse in ihrem Gedichtband nicht als Objekte, nicht als Naturphänomene, die beschrieben werden sollen, die eine Szene bestimmen, wie in einem Reiseroman des 19. Jahrhunderts. Sie nähert sich ihnen assoziativ an. Als Lebewesen, die sie im Moment der Wahrnehmung festschreibt. Ihr Blick auf ihre Subjekte ist ein emphatischer. Die Emotionen rangieren von Bewunderung bis Mitleid, aber über allem steht ein tiefgreifender Respekt. Sie findet dafür klare und fließende Worte, die sich an den Ufern entlang schlängeln, die Flüsse kurz streicheln, um sie dann wieder ungestört zurückzulassen. Es ist, als trinke man einen kleinen Schluck aus den Wassern des jeweils genannten Flusses und schmecke seine Essenz – oder erahne sie. […] azur ton nähe – flussdiktate ist ein wunderschöner, geistreicher Gedichtband voll Sprachkunst und Emotion, der seinem Thema das richtige Maß an Aufmerksamkeit, Begeisterung und Respekt entgegenbringt.
semier insayif / die furche
In ihrem Debüt „azur ton nähe. flussdiktate“ transformiert Siljarosa Schletterer das fluide Geflecht von Flussläufen und kreuzt ihre Wesenheiten mit anthropomorphen Erfahrungen. Dadurch entstehen poetische Bedeutungs- und Beziehungsräume von Natur, Mensch und Sprache, die beim Auftreffen auf den Leser oder die Leserin ein Gefühl von mehrfachem Eintauchen evozieren. In die Gedichte, in imaginierte Flüsse und Bäche und in uns selbst. Wie ist also das Verhältnis von Fluss und Gedicht zu begreifen? […] Die elf Grafiken von Franz Wassermann kommunizieren mit den Texten in ihrer Vielschichtigkeit und gesellschaftlichen Relevanz. All das gilt es also (laut) lesend, lauschend und staunend selbst zu erforschen.
Semier Insayif Die Furche 24. November 2022
petra ganglbauer / boes
Das Zielführende an konzeptuellen und zugleich poetischen Gedichtzyklen ist vor allem, dass sie besondere Tiefgänge offenbaren, Gewichtungen voll Nachdrücklichkeit! Siljarosa Schletterers Gedichtband „azur ton nähe“, flussdiktate, ist eine liebende, empathische und durch und durch konsequent gemachte Auseinandersetzung mit Wesen, Struktur und topografischen Details von Flüssen und deren Einflusssphären. Eine weitreichende Metaphorik und Genauigkeit im Umgang mit der Sprache ist diesen Gedichten, von denen jedes einem Gewässer und dessen Koordinaten zugetan ist, immanent. Die, auch optisch spannenden Texte, sind aus der Verschränkung kleinster konkreter Details („der föhn läuft vorbei“) mit einer Metasprache („nässekollektiv“) gebaut. Das Nahverhältnis zwischen Schreiben und Fließen ist seit jeher evident. In diesem Buch findet es eine äußerst gelungene Umsetzung: In Form von “herzantwort“(en) – in schöner Korrespondenz mit Franz Wassermanns Bildern.
Petra Ganglbauer: Buchtipps für den Sommer für den Berufsverband Österreichischer SchreibpädagogInnen“ (BOeS bzw. BÖS)
björn hayer / luxemburger tageblatt
Wasser ist Leben, ist Dynamik und – das belegt nun der erste Gedichtband aus der Feder Siljarosa Schletterers – auch Stoff für faszinierende Poesie. Findet in ihr das Lebenselement seinen Raum, so führt uns die lyrische Reise oft in tiefe Gefilde. […] „azur ton nähe. flussdiktate“ wirft uns dazu in die Wellen unserer Herzen hinein. […] Aus: Was uns die Flüsse sagen –Siljarosa Schletterers neue Lyrik geht den Lauten der Gewässer nachBjörn Hayer in der Bücherbeilage des Luxemburger Tageblatts
helmuth schönauer / bip
Das Gefühls- und Gewässernetz ist perfekt im Layout gespiegelt. Die einzelnen Gedichte brechen zuerst als versteckte Quelle auf, geben sich Koordinaten und springen dann in Gestalt abgeflachter Steine über die Wellen, die zwischen den Zeilen schäumen. Gerade als alles an seinem Ort vertäut zu sein scheint, tut sich das letzte Kapitel auf: „Sonderkoordinaten“ (84). Wenn das „klassische Buch“ zu Ende gelesen ist, präsentiert sich ein geheimnisvoller QR- Code, der eindringlich wie in einem Märchen darum bittet, aufgesperrt zu werden. Und tatsächlich, es eröffnet sich das „versteckte Kapitel“. Sogenannte Sonderkoordinaten greifen noch einmal auf alle Sinne zu und zeigen eine Bildergalerie, werfen Töne an, stellen ein Hörbuch vor […].
Helmuth Schönauer in BIP
helmuth schönauer / schöpfblog
Siljarosa Schletterer vernetzt raffiniert die einzelnen Fließströme mit lyrischen Aussichtspunkten, ihre Gedichte sprechen mannigfaltig die Sinne an, und selbst das Medium des Drucks wird aufgebrochen und neu entdeckt, wenn die Buchstaben mit Hilfe des digitalen Netzes über den verwischten Bildern frisch ausgegossen werden.
Helmuth Schönauer auf schöpfblog
marina büttner / literaturleuchtet
[…] Die Lyrikerin hat eine sehr schöne Form gefunden, ihre Gedichte zu gliedern und einzuordnen. Jedes Gedicht hat einen Titel, der aus dem Namen des Gewässers und seinen geographischen Koordinaten besteht. So reise ich strömend durch Österreich mit seinen großen Flüssen und kleinen Bergbächen und weiter über die Schweiz nach Deutschland, in die Niederlande und auch nach Italien, zu Venedigs Kanälen. Schletterer teilt den Band in drei Kapitel ein, die im Titel bereits genannt sind: azur, ton, nähe. Je nachdem, was die Gewässer auslösen, welche Worte oder auch Gefühle oder Erinnerungen sie hervorbringen, sind sie einem der Kapitel zugeordnet, wobei das letzte Kapitel am sinnlichsten ist. Ich habe das Gefühl, dass die Gewässer jeweils eine ganz eigene Sprache sprechen, die die Dichterin ganz zart einfängt und mit ihrer eigenen Stimme zu wunderbarer Poesie übersetzt.
Marina Büttner in literaturleuchtet
michael stavarič
Siljarosa Schletterer ist ein Glücksfall für die Dichtung, denn sie hat sich ganz der Poesie verschrieben. Dabei bleibt sie absolut authentisch und wahrhaftig – wann darf man das schon so behaupten? In ihrem neuen Buch hat sie sich auf eine Suche begeben, die das Leben grundsätzlich defniert: jener nach Wasser. Dabei gelingt ihr eine poetische Kartografierung dieses Elements, wie es sie noch nie gab. Siljarosa Schletterer – das ist Bewusstwerdung und Verinnerlichung par exellance. Und klar doch, man kann ihre Gedichte persönlich mögen – oder auch nicht: Großartig, zeitlos und bedeutsam bleiben sie trotzdem! Link
[…] zu den schönsten und genauesten bücher gehört auch „azur ton nähe – flussdiktate“
katja gasser
portraits
- Christina Vettorazzi: [LITERATUR]BETRIEB UNTER VIER AUGEN: IM GESPRÄCH MIT SILJAROSA SCHLETTERER im komplex Kulturmagazin Innsbruck
- Markus Stegmayr: Die Poetische Flussbegegnungen – Kronenzeitung
artikel
- Manuel Matt: Große Kunst und ihr oftmals schmaler Lohn – Oberländer Rundschau
- Markus Stegmayr: Umtriebige „Lyrik-Schwestern“, Kronen Zeitung
- Anja Larch: Festivals, Lyrik und Jedermann, 07.08.2020, TT-online
- Anja Larch: „Arbeit statt Almosen“: Österreichische Autorinnen starten Crowdfunding-Projekt
- Georg Hubmann: Junge Kunst mit Sinn fürs Große, Bezirksblätter, August 2019.
- Florian Bissig: Ein Sammelband kartografiert junge Poesie aus Österreich NZZ am Sonntag, 25. August 2019.
interviews
- Margrit Kinstner: ÖDA 6 Fragen an Siljarosa Schletterer
- Robert Renk: Wagnersches Magazin, S40/41
- Walter Pobaschnig: Literatur outdoor -Worte sind Wege
statements oder mundfremde silben
- „Nicht doch. Es gibt Ausbrüche aus der Selbstbezogenheit. Engagiert und eindringlich, aber keineswegs platt ist Siljarosa Schletterers Thematisierung der Tierrechte.“ Florian Bissig NZZ am Sonntag
- „Poesie und das Verbindende einer poetisierten Gesellschaft hat sich Siljarosa Schletterer zum Lebensziel gemacht. Ein Brennen für das poetische Wort, seinem Aufschrei, seiner Anklage, seiner Versöhnlichkeit findet sich in ihren Texten, die das Fragile fangen wollen und wieder ziehen lassen. Freiheit, Gleichheit und Mut, der Poesie einen neuen Atem zu geben.“ Isabella Feimer
- „…motivierende Thesen gegen die „Schweigespirale“…“ Joachim Leitner, TT, hier
- Siljarosa Schletterer ist eine „Poesie-Botschafterin“ – Romina Nikolić
