entschämungen – körperkantate
Wir brauchen eine neue Sprache für den Körper. »deine vagina ist / keine dose keine / pflaume kein schlitz & kein / spalt […]«. Seit jeher formt Sprache die Wahrnehmung von Sexualität und Körper. Worte, die für die scheinbar neutrale körperliche Anatomie verwendet werden, haben Macht. In ihren unverwechselbaren lyrischen Rhythmen rechnet Siljarosa Schlette- rer ab mit den oft erniedrigenden Zuschreibungen und erschafft gleichzeitig neue sprachliche Räume für körperliche und sexuelle Einschreibungen. In ihrer Dichtung zeigt sie, wie Benennungen, gesellschaftliche Codes und Konventionen sich in Körper einschreiben, diese verändern und traumatisie- ren – oder eben schätzen und achtsam bergen – können.
Auch andere Formen der Verkörperung, die keine Gewalt in sich tragen, aber dennoch mit Erinnerung und Fortschreibung über Generationen zu tun haben, sind in dieser Dichtung zu finden: »… großmutters / hände alle sprachen / der plüschtiere alles rufen / der toten die grammatiken // der fingerkuppen / & die un- / sicherheit / der generationen«.
Dieser Band erweitert das Genre der Liebesgedichte um die Faktoren der Verwundbarkeit, der entschämenden Körperliebe und der aufklärenden Dia- loge. Die zweisprachigen Gedichte – Schletterer schreibt auch im Dialekt – bauen Brücken zwischen Anatomie, Psychologie und Sprache. Mit Bildern von Franz Wassermann.
• Stellt Körper und Geschlechtlichkeit ins poetische Zentrum
• Body Positivity in Versform
• Gedichte, die aufklären und berühren


azur ton nähe – flussdiktate
Das Debüt azur ton nähe – flussdiktate ist im Frühjahr 2022 bei Limbus Lyrik erschienen und zeigt die Vielsprachigkeit von Wasser auf.
Die Gedichte wollen im Sinne von nature writing eine »neue zunge zeugen, eine sprache finden / die wasser beschreibt«, denn »jeder fluss hat eine seele«. Mehr Informationen sind auf der Verlagsseite zu finden. Hier geht es zu den bisherigen Pressestimmen. Mit Bildern von Franz Wassermann.
ISBN 78-3-03-220-1
Der Band und die Gewässer freuen sich von dir gelesen zu werden. Mehr Projekte zum Buch sind hier zu finden.


publikationsliste (auszug)
- „traumflüchtige wasserwurzeln meiner sprache“ in: habe bewurzelte Stecklinge – Geografie meiner inneren Sprache, Raoul Eisele / Lea Menges, lex liszt 2023
- „neue gedichte“ in: miromente – Zeitschrift für Gut und Bös Nr. 69, 2022, S. 5-7, S.31-32.
- „flüsternde bogen verse. ein halbrondell“ für das Jubiläumsprojekt 25 Jahre #literaturbewegt des Literaturhauses am Inn. Mehr Infos.
- „nach der abblende“, in: Das Gedicht – Aufbruch und Hoffnung, Anton G. Leitner (Hg.), Weßling b. München 2021, S.41.
- „das geräusch wenn du schreibst“, in: Gedichte für alle Liebeslagen, Anton G. Leitner (Hg.) Reclam Verlag, Stuttgart 2021, S.110.
- „an verbotenen orten“, in Morgenschtean – Die österreichische Dialektzeitschrift Nr. 66-67-2020, S.14.
- „das geräusch wenn du schreibst“, in: Das Gedicht -Die Wiederentdeckung der Liebe, Anton G. Leitner (Hg.), Weßling b. München 2020, S.131.
- „bedingungsloses erbe“, „die poesie der ethymologie oder thesen gegen jegliche bestimmbarkeit“, „krisenfragmente des fühlens: eine wandlung“, in: Marlen Schachinger: Fragmente: Die Zeit danach. Eine Anthologie der Edition Arthof Promedia 2020, S. 41-45, S.124-127.
- „im werden begriffen“, in: DAS GEDICHT – Dichter an die Natur, Christoph Leisten und Anton G. Leitner, Weßling b. München 2019, S. 131.
- „ich bin ein tier“, „in erinnerung an einen fußweg zur hohenburg“, „kampf um geist“, in: wo warn wir? ach ja: *Junge österreichische Gegenwartslyrik, Robert Prosser und Christoph Szalay, Limbus Verlag, Innsbruck 2019, S. 43-45.
- perpeTUum, in: Das Gedicht Blog – Fremdgehen und jung bleiben
- „du fragst mich“, „ein mensch, der ertrinkt“, „wir stehen hier“, in: Konstantin Wecker – Hinter den Schlagzeilen
- „am nabel der welt: kampf-fragment“, in: Cognac & Biskotten der Literaturverein: Fahne Kampfgeist, Cognac & Biskotten Verlag, Innsbruck 2017.
- „lana: grundfragen“, „kundl: klammheimlich“, „pfunderer brückenschlag“, „bozen: letzte laterne“, tulferberg: jahreszeitenlang herberge lang“, in: Rupert Larl (Hrsg.): Menschen und Momente, Innsbruck 2016, S.110, 116, 118, 124, 126.
- „zwischen tag und traum“, „ein sonnentanz“, „du“, „ein moment“, „ich schreib worte ins blaue“, „sprech dich schöner“, „wege an dir vorbei“, „we could be heroes: eine hommage an david“, „fuga“, „an grauen tagen“, „es gibt momente“, in: Cognac & Biskotten der Literaturverein: Cognac & Biskotten Talente Nr. 1-3. Anthologie, Cognac & Biskotten Verlag, Innsbruck 2016, S.89-98.
filmografie
REST IN POETRY IV (2024)
Die Filmreihe Rest in Poetry, erdacht vom Autor Michael Stavarič und der Filmemcherin Tina Maria Feyrer, lehnt sich an die film poems der 1960er Jahre an. Auf Friedhöfen lesen Autor:innen für die Toten, wobei die filmische Auseinandersetzung mit den Texten auch die Friedhofsarchitektur in den Fokus rückt. In Innsbruck liegt mit dem Schauplatz des Mühlauer Friedhofs eine Verbindung zu Georg Trakl, nahe. Barbara Hundegger, Siljarosa Schletterer, Carolina Schutti und Christoph W. Bauer setzen im Film ihre vorgetragenen Texte in Bezug zu Trakl.
Arbeit statt Almosen (2020)
Während der Arbeit an dem Film »Arbeit statt Almosen« reisten die Initiatoren über zahlreiche Stationen in Wien, via oberösterreichisches Eferding nach Linz und Wels, weiter nach Innsbruck, Hall in Tirol und final nach Berlin, um die Kolleginnen zu interviewen. Die Gespräche waren frustrierend und inspirierend zugleich, denn an kreativen Ideen mangelt es wahrlich nicht. Das Wort ›Lebenskünstler*in‹ kommt in den Sinn – das muss man sein, will man zu diesen Konditionen und dennoch gemäß den eigenen Werten Geistvollen wirken. Die Wortmeldungen skizzieren in unserem Dokumentarfilm »Arbeit statt Almosen« nicht nur die Situation aus Sicht der Autorinnen, sondern auch mögliche Auswege. Mit Corinna Antelmann, Judith Auer, Katharina Goetze, Andrea Grill, Elisabeth R. Hager, Silvia Hlavin, Rebecca Heinrich, Marianne Jungmaier, Julia D. Krammer, Ursula Laudacher, Melamar, Cordula Nossek, Karin Peschka, Marlen Schachinger, Sara Milena Schachinger, Siljarosa Schletterer, Angelika Stallhofer, Katharina Tiwald und Renate Welsh.
installationen
- Rauminstallation „ABER DIE LIEBE“ – Mehr Infos
- Fensterinstallation ‚körper pflegen‘ – Mehr Infos
vertonungen
Marius Weber: was heißt hier kraft? – Fugierter Gedanke für 3 Stimmen und ein Wasserkraftwerk im Rahmen der Soundinstallation „klang[kraft]werk – mühlauer bach“ (UA 2023). Mehr Infos
Elias Praxmarer: riyāḍ für Orchester und Chor (UA 2022)
Rachel Stott: Wenn Wege sich Kreuzen – für Sopran und Viola d‘ Amore (UA 2014)
wissenschaftl. veröffentlichungen
(auszug)
- Rebecca Heinrich und Siljarosa Schletterer:“Bühnen der Lyrikvermittlung in Österreich 2015–2020 »aus mittlerer Distanz« – Eine Kartografie des Unfassbaren“ in Björn Hayer: Gegenwartslyrik, Büchner Verlag, 2021. Link.
- Siljarosa Schletterer: Das Geniale. Das Widerstände und das Werk. Zu Peter Zwetkoff und Jakob Stainer Begleitheft zur Ausstellung Schönheit vor Weisheit 2019-2020, Landesmuseum Ferdinandeum.
- Siljarosa Schletterer: Julius Cäsar im musikalischen Psychogramm, Programmheft Festwochen der Alten Musik, Innsbruck, 2019.
- Siljarosa Schletterer & Markus Sejkora: „Hat den Luft erfullt“ Die sieben Leben des Maximilian“ in Tirol, MusikTexte 162, 2019, S. 105-107. https://musiktexte.de/MusikTexte-162/en
- Michaela Bstieler, Lena Ganahl, Denise Pöttgen, Siljarosa Schletterer (Hrsg.): Kunst als gesellschaftskritisches Medium – wissenschaftliche und künstlerische Zugänge, Verlag transcript (Reihe „image“), Bielefeld 2018. https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4283-4/kunst-als-gesellschaftskritisches-medium/ und https://bit.ly/2Hq4ihO
- Siljarosa Schletterer: „Töne der Empathie –Positionen der Verweigerung, Annäherungen an Peter Zwetkoff im Spiegel seiner WeggefährtInnen“ in: Mitteilungen des Brenner Archives 34/ 2015, Innsbruck university press 2015, S.125-154. (https://www.uibk.ac.at/brenner-archiv/newsletter/03-15/pdf/mitteilungen-2015.pdf)
- Siljarosa Schletterer: Die Rezeption Ernst Tollers bei Peter Zwetkoff, In: Kongressbericht zur Tagung „… doch nicht nur für die Zeit geschrieben“. Zur Rezeption Ernst Tollers: Person und Werk im Kontext, Königshausen und Neumann, Würzburg 2018.
- Siljarosa Schletterer: „Vollsaitiges Körperinstrument und Liebesblume – Die Viola d’amore in der Literatur“ In: Österreichische Musikzeitschrift 2017/1, S.56-59.
- Siljarosa Schletterer und Viktor Steiner: Der Jodel und das Jodellied in der Region des Tiroler Unterinntals. Anhand mehrerer Beispiele sowohl aus der traditionellen wie auch Neuen Volksmusik, in: Raymond Amman (Hrsg.) Studentische Feldforschungsberichte zum Wandel des Tiroler Jodlers zu Beginn des 21. Jahrhunderts, Innsbruck 2017.
vorträge
- Moderation der Podiumsdiskussion: Das musikalische Erbe des Nationalsozialismus in Tirol zwischen Aufarbeitung und Verdrängung –Quo vadis? Mit Franz Gratl, Kurt Drexel, Thomas Nussbaumer, Andrea Sommerauer, 16. Jänner 2020.
- Moderation und Einführung: Wissen-Schaf(f)t Lyrik, EAutorinnen: MartinFritz, C.W.Bauer, Raoul Schrott, Gundi Feyrer, 7. November 2019.
- Die Symbolik der Viola d’amore anhand ausgewählter Lyrikbeispiele im Rahmen des Internationalen Viola d’amore Kongresses in Luslawice, Polen 2016. (zweisprachig English/Deutsch)
- Peter Zwetkoff und Ernst Toller im Rahmen der Tagung: „… doch nicht nur für die Zeit geschrieben“. Zur Rezeption Ernst Tollers: Person und Werk im Kontext, Innsbruck 2015.
besprechungen
-in the making –
Zahlreiche Rezensionen und Kritiken bei Literatur im Lichthof und tanz.at, unipress, Wagner einmalig – Das Buchmagazin der Wagner’schen Universitätsbuchhandlung, Appasionato – Nachrichten aus dem Beethoven-Haus Bonn, MusikTexte u.a.
projekte
